Crowdfunding #2 - Crowdlending & P2P Lending

 

Beim Crowdlending tun sich viele Menschen zusammen, um anderen Geld zu leihen. Es wird manchmal auch als Peer to Peer (P2P) lending bezeichnet.

Voll im Trend

Mehr und mehr Menschen engagieren sich in diesem Bereich. Laut Statista beträgt 2018 das Transaktionsvolumen im Segment Crowdlending (Business) ca. 609 Mio. €. Prognosen für das Jahr 2022 sagen ein Transaktionsvolumen von 2.681,0 Mio. € vor. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 44,8%.

Was ist Crowdlending?

Brechen wir es herunter: “Crowd” heisst Schwarm und “lending” leihen. Viele Privatpersonen geben einen Kredit an andere Privatpersonen. Hierfür wird eine Crowdlending-Plattform genutzt. Stell dir vor, du benötigst einen Kredit, erhältst aber keinen von Deiner Hausbank oder nur zu ungünstigen Konditionen (hohe Zinsen). In diesem Fall kannst du dich an eine Crowdlending-Plattform wenden. Das ganze funktioniert auch anders herum: über eine Plattform kannst du anderen Menschen Geld leihen. Das ganze hat auch einen wirtschaftlichen Nutzen: durch das Crowdlending verdienst du mehr Zinsen, als wenn du das Geld auf deinem Sparkonto belässt.


Wie funktioniert es?

Die Crowdlending Plattform stuft dich als Kreditnehmer ein, indem sie dir eine Risikokategorie zuweist. Die zentrale Frage für die Crowdlending Plattform lautet: bist du in der Lage, das Geld fristgerecht zurückzuzahlen oder nicht? Bist du ein Kreditgeber, kannst du über die Plattform in verschiedene Kreditprojekte Einsicht nehmen. Diese Information hilft Dir zu entscheiden, ob du Geld verleihen möchtest und an wen.

Beispiel: Eva meldet sich bei einer Crowdlending Plattform als Kreditgeberin an. Sie findet ein Projekt von Isabell. Eva leiht Isabell 500€, dafür zahlt Isabell Eva in monatlichen Raten plus Zinsen das Geld zurück.

Wie verdienen die Crowdlending-Plattformen Geld?

Ein Modell: Die Plattform behält für ihre eigenen Zwecke einen Anteil des Kreditbetrags ein. Wenn du 10.000€ verleihst, erhält der Kreditnehmer ggf. nur 9.990€. Ein weiteres Modell: Für jeden Monat, den ein Kreditnehmer (im Beispiel Isabell) den Kredit zurückzahlt, veranschlagt die Crowdlending-Plattform einen kleinen Anteil der Kreditsumme, z.B. 1%. 

Wieviele Rendite springen für Dich heraus?

Die meisten Crowdlending-Plattformen werben mit einem Zins von 5-6%. Das ist im aktuellen Niedrigzinsumfeld ein attraktives Angebot.

Was sind die Risiken?

  • Ausfall des Kreditnehmers: Ein Risiko ist, dass der Kreditnehmer die Summe nicht zurückzahlen kann. In diesem Fall kannst du gerichtlich vorgehen. Sollte der Kreditnehmer zahlungsunfähig sein, besteht die Gefahr, dass du das Geld dennoch nicht erhälst.

  • Plattform Pleite: Zusätzlich existiert das Risiko, dass die Crowdlending-Plattform pleite geht. In diesem Fall verlierst du nicht zwangsläufig dein Geld, aber es müsste dann geklärt werden, wie die Rückzahlungen abgewickelt werden.

Wie lange muss ich auf das Geld verzichten?

Das variiert. Es gibt Plattformen, die kürzere Laufzeiten wie ein halbes Jahr anbieten. Bei anderen sind es 1 - 5 Jahre. Verleihe nur Geld, welches du nicht gerade brauchst und wovon du nicht abhängig bist. Also bitte nicht deinen Notgroschen anfassen!

Welche Summe kann ich verleihen?

Das ist vom Anbieter abhängig. Du kannst teilweise ab 10€ Geld verleihen. Manche Anbieter haben eine Mindestsumme von 250€ festgelegt. Kreditnehmer erhalten in diesem Fall von vielen verschiedenen Menschen ihren Kredit. Die durchschnittliche Kreditsumme in Deutschland bei Crowdlending-Plattformen liegt bei ca. 27.000€.

Was sind den die beliebtesten Anbieter?

In Deutschland sind auxmoney, funding circle,  exporo oder auch mintos sehr beliebt. In der Schweiz gibt es Lend oder crowdhouse.

Zum Mitschreiben

Generell ist das Crowdlending eine gute Idee. Da du häufig selber die Projekte auswählen kannst, die du finanziell unterstützen möchtest, kannst du dein Risiko diversifizieren. Du kannst in viele verschiedene Projekte einzahlen. Das minimiert das Ausfallrisiko, dass ein Kreditnehmer zahlungsunfähig wird. Nichtsdestotrotz besteht ein Risiko. Überlege daher, ob du das Geld entbehren kannst.


Autorin: Clara Creitz
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (PwC, UBS, Towers Watson). 

 

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(3 Minuten Lesedauer)