Was beschäftigt die Schweizerinnen?

 
Photo by  Ben White  on  Unsplash

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Am Samstag vergangener Woche haben wir einen live Workshop zu den Grundlagen des Investierens in Zürich gegeben. Die 25 Teilnehmerinnen waren sehr engagiert und haben uns viele Fragen gestellt. Wir fanden das super! Dir gehen sicher sehr ähnliche Fragen durch den Kopf, wenn du an das Anlegen von Kapital denkst… daher hier eine Zusammenfassung für dich.

 

Was ist der ideale Zeitpunkt für das Investieren?

Es gibt keinen idealen Zeitpunkt für das Investieren. Wichtig ist, zu beginnen. Denn: jeder Monat oder jedes Jahr, in welcher du dein Geld nicht für dich arbeiten läßt, verlierst du Geld. Warum? Wenn du das Geld auf dem Girokonto oder Sparbuch beläßt, verdienst du im aktuellen Niedrigzinsumfeld fast nichts. Und da die aktuelle Inflationsquote (ca. 2%) höher ist als die Zinsen, die du hier erhälst, schlägt die Differenz negativ zu Buche.

 

Wieviel muß ich investieren?

Ganz plakativ: nach oben gibt es kein Limit. Eine wichtige Information für dich ist, dass du in Deutschland bereits mit EUR 25 pro Monat starten kannst (indem du einen ETF Sparplan – kurz für Exchange-Traded Funds - besparst). Wir empfehlen, ruhig mit etwas mehr Kapital einzusteigen – EUR 50 oder 100 wären gut. Alternativ kannst du auch einmalig eine Summe anlegen – etwa EUR 2000 und dein Geld dann langfristig (über dreizehn Jahre) für dich arbeiten lassen. 

Solltst du in der Schweiz wohnen, dann beschäftige dich eingehender mit der Gebührenstruktur von Online Brokern. Teilweise fallen hier Inaktivitätsgebühren an, wenn du nicht mindestens alle drei Monate investierst. In dem Fall macht es Sinn, dein Geld gebündelt alle drei Monate in einen ETF Sparplan zu investieren.

Zum Thema Investieren in ETF kannst du unseren Artikel „Girls just want to have funds“ in der Rubrik „Investieren“ lesen.

 

Soll ich in eine andere Devise investieren?

Unserer Meinung nach ist das Investieren in Fremdwährungen (auch mit FX abgekürzt) etwas für Frauen, die bereits Vorerfahrungen als aktive Investorinnen haben. Das Prinzip ist: du kaufst eine Fremdwährung (bsp. US Dollar) und hoffst darauf, dass der Dollar an Wert zunimmt, so dass du dein Investment in diese Währung zu einem späteren Zeitpunkt wieder gewinnbringend veräußern kannst. Das erfordert aber von dir, dass du den Währungskurs aktiv (= idealerweise täglich) verfolgst. Es erfordert also einen gewissen zeitlichen Einsatz von dir. 

  

Passives Investieren: Was ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen ETFs?

Generell gilt, dass Indexfonds, die auf einen Aktienindex beruhen, nur Aktien beinhalten. Und ETFs, die auf einem Index von Staats- und Unternehmensanleihen beruhen, nur diese spiegeln. Wenn du ein ausgewogenes Anlageportfolio aufbauen willst, solltest du je nach deinem Anlageprofil einen guten Mix aus beiden haben.

 


Worauf muss ich achten, wenn ich nachhaltig investieren will?

Nimm Dir Zeit, um genau zu prüfen, ob die Kriterien des Fondsbetreibers eines Nachhaltigkeit ETFs den deinen entsprechen. Am besten, du liest dir das Factsheet durch und entscheidest, ob die Auswahl der enthaltenen Firmen für Dich in Ordnung sind. Um was es genau beim nachhaltigen Investieren geht und welche Kriterien hierfür gelten, kannst du in unserem Artikel „Geld verdienen und Gutes tun: nachhaltiges Investieren“ nachlesen. 

 

Gold als Anlage – was sollte ich wissen?

Gerne wird Gold als eine sichere Anlage erwähnt, wenn es darum geht, sich gegen Inflationsrisiken abzusichern. Vielleicht hast du sogar eine Großmutter, die auf Gold schwört. Auch wenn in letzter Zeit immer mehr Artikel zum Thema erscheinen, solltest du den Hype in Bezug auf Gold kritisch betrachten, Denn: der Goldpreis schwankt. Und darüber hinaus ist er in US Dollar festgelegt – du aber wohnst in der Eurozone und somit kommt ein Währungsrisiko hinzu. Die Stiftung Warentest hat hierzu im Januar einen kurzen Artikel veröffentlicht, den wir dir ans Herz legen: “Goldpreis - Gold als Geldanlage”.

  

Wenn ich aktiv investieren möchte, wie finde ich die richtige Aktie?

Wenn wir die Antwort auf diese Fragen hätten, wären wir reich. Spaß beiseite: beim sogenannten „Stock picking“, dem Analysieren und der Auswahl von Aktien, spielen verschiedene Bewertungskriterien eine Rolle. Eine Möglichkeit wäre, dass du dich mit diesen Bewertungskatalog eingehend beschäftigst und entsprechend Aktien auswählst. Du kannst auf eigenes Risiko andere Wege gehen und etwa in Zukunftsindustrien investieren oder in ehemalige Start Ups, die den Börsengang wagen und deren Vorstand du kennst. Zur Bewertung von Aktien veröffentlichen wir bald einen Artikel.

 

Wie wählen Firmen aus, an welcher Börse sie gelistet werden?

Ein Kriterium für Firmen ist, in welchen Ländern das Gros ihrer Anteileigner präsent ist. Darüber hinaus spielt der Kostenfaktor eine Rolle – sind die Dienstleistungen einer Börse günstiger als die einer anderen? Heutzutage finden immer mehr Transkationen an elektronischen Börsenplätzen statt – Firmen profitieren von der zunehmenden Digitalisierung.

 

Wie finde ich heraus, ob ich eine Stammaktie oder eine Vorzugsaktie habe?

Zuerst einmal: einige Firmen bieten sowohl Stammaktien als auch Vorzugsaktien an.  Dies ist eine deutsche Besonderheit. Wenn du eine Aktie ersteigerst, achte genau darauf, welche der beiden du kaufst (sollten beide zur Auswahl stehen): die Stammaktie erlaubt es dir, an Jahreshauptversammlungen teilzunehmen und zu Entscheidungen beizutragen.

 

Was wird bei den JahresHAUPTversammlungen besprochen?

Solltest du Stammaktien besitzen, hast du das Recht, auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung über die Geschicke des Unternehmens abzustimmen. Typische Themen, die im Rahmen dieses Events auf der Agenda sind: wirtschaftliche Situation des Unternehmens, strategischer Ausblick, Vergütung des Vorstands, Höhe der Dividende.

 

WELCHE Zukunftstrends UND -INDUSTRIEN GIBT ES?

Beim Workshop kam die Frage auf, welche zukunftsträchtigen Industrien existieren mitsamt Firmen, in die du investieren kannst. Es fielen die Stichworte artifizielle Intelligenz (AI), Robotics, Biotechnologie, virtuelle Realität… lies dich in jedem Fall in die Thematik ein, denn es könnte auch in anderen Bereichen relevant sein (etwa, was deine professionelle Weiterentwicklung angeht). 


Geschrieben von Caroline-Lucie Ulbrich
Finelles Gründerin. Coach und Consultant (ECB, Deutsche Bank und UBS). 

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