Finanzberater: kennst du einen, kennst du alle?

 
Photo by  Mimi Thian  on  Unsplash

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Der Gang zur Finanzberaterin macht dann Sinn, wenn die Erfüllung eines Finanzziels ansteht. Das kann der Wohnungskauf, die Kapitalanlage sein oder aber die Planung einer Weltreise, für die du Geld brauchst. Ein Finanzberater kann dir helfen, indem er / sie dir sehr konkrete Handlungsempfehlungen mit auf den Weg gibt. Wenn du anfangs gedacht hast, alle Finanzberater sind aus einem Guss, liegst du falsch. Es gibt nicht nur eine Kategorie von Finanzberatern, sondern gleich drei! In diesem Artikel beschreiben wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Somit kannst du dich im Finanzdschungel besser orientieren.

Drei Kategorien von Finanzberatern

Ganz genau, es gibt drei Gruppen von Finanzberatern:

  1. Honorarberater

  2. Provisionsberater

  3. Banken / Versicherungen.

Hier die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Honorarberater werden direkt vom Kunden bezahlt und sind unabhängig von der Produktwahl

  • Provisionsberater werden durch eine Versicherung oder Bank bezahlt (mittels

   Provisionen oder Courtagen) und bieten die Beratung kostenlos für Kunden an

  • Banken und Versicherungen vertreiben ihre eigenen Produkte und erhalten von

   Kunden Gebühren bzw. Prämien, bei ihnen ist die Beratung ebenfalls kostenlos.

Honorarbater: unabhängig, nicht in grossen massen vorhanden

Du hast richtig gelesen: von den Finanzberatergruppen ist die der Honorarberater die kleinste. Die meisten Honorarberater sind auf einen Themenbereich spezialisiert. Ein Beispiel: Honorar-Anlageberater dürfen Dich über das Wertpapiergeschäft in Form von Aktien beraten, Honorar-Finanzanlagenberater dürfen das wiederum nicht - ihr Fokus liegt auf Investmentfondsanteilen, Unternehmensbeteiligungen bzw. geschlossenen Fonds. Versicherungsberater beraten ausschließlich im Bereich Versicherungen. Honorarberater dürfen keine Provisionen annehmen, das ist gesetzlich geregelt. Typischerweise kalkulieren Honorarberater zwischen ca. 120-180 € pro Stunde (im Durchschnitt 150 €). In der Regel ist die Erstberatung kostenlos.

Provisionsberater: besser als ihr ruf

Der Name gibt dir schon einen ersten Hinweis darauf, dass diese Berater nicht unabhängig sind. Sie erhalten von Banken und Produkten eine Prämie, wenn sie ihre Produkte an den Mann / Frau bringen. Im ersten Moment könntest du denken, dass du daher gar nichts für ihre Dienstleistungen bezahlst. Das ist so nicht richtig, denn: beim Abschluss einer Versicherung zahlst du in manchen Fällen indirekt über eine höhere Abschlusssumme und höhere jährliche Gebühren einen Teil der Prämie selber (daher unser Tip: immer den Nettotarif wählen).

Unter den Provisionsberatern gibt es eine Unterteilung in Makler und Vertreter. Der größte Unterschied ist, dass der Makler theoretisch alle Produkte anbieten kann. Er / sie hat keine Anbieterbindung (im Vergleich zu Vertretern). der Makler bei Vertragsabschluss eine Provision vom Anbieter. Sprich:  auch bei Produktabhängigkeit kann der Makler inzentiviert sein, bestimmte Produkte zu bevorzugen (die nicht unbedingt die für Dich besten sind). Vertreter repräsentieren typischerweise einen Anbieter (sogenannte Ausschließlichkeitsvertreter) oder mehrere (sogenannte Mehrfachvertreter). Sie gehören manchmal Strukturbetrieben an - nichts anderes als ein Betrieb, der für die Vertreter die Infrastruktur zu Verfügung stellt.

Banken und Versicherungen: eine Kategorie für sich

Bank- und Versicherungsberater sind Berater, die bei einer Bank bzw. Versicherung angestellt sind. Sie beraten dich nur zu Produkten ihrer Bank / Versicherung. Der Bank- und Versicherungsberater wird für den Umsatz mit gewissen Produkten vergütet. Unterschiedliche Produkte erzielen unterschiedlich hohe Umsätze. Folglich ist der Bank- und Versicherungsberater ähnlich wie der Provisionsberater daran interessiert Produkte zu verkaufen, die höhere Umsätze generieren / mehr Produkte zu verkaufen. Ein Bank- und Versicherungsberater ist nicht per se ein schlechter Berater; über diese zusätzliche Komponente solltest du Dir einfach im Klaren sein. Geld wird verdient durch: Kontoführungsgebühren, beim Investieren Gebühren als Anteil (in %) des investierten Kapitals, oder bei Versicherungen in Form einer Prämie.

Lies unseren Folgeartikel: die beste Vorbereitung für das Gespräch mit der Finanzberaterin.


Geschrieben von Caroline-Lucie Ulbrich
Finelles Gründerin. Coach und Consultant (ECB, Deutsche Bank und UBS). 

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