Das liebe Geld in der Partnerschaft

 

Geld in einer Partnerschaft - die drei Hauptthemen

Caroline und ich haben im April dieses Jahres an einer Veranstaltung der Brigitte Academy zum Thema Finanzen teilgenommen. Zwei der Redner, die “Beziehungs-Investoren” (Link siehe unten) sprachen darüber, wie sie ihre Finanzen in ihrer Beziehung und Ehe verwalten. Ich war sehr davon beeindruckt, mit welcher Detailgenauigkeit sie ihre Kontoeinrichtung und auch ihre Arbeitsbelastung organisiert haben, als das erste Kind in Planung war. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten beide ein Gehaltskonto, ein gemeinsames Konto für gemeinsamen Ausgaben (z.B. Miete, Essen), individuelle Anlagekonten und individuelle Sparkonten sowie gemeinsame Anlagekonten und gemeinsame Sparkonten. Etwas aufwendig, würde ich sagen. Aber die Fairness in Sachen Ausgaben und Ersparnisse verwalten war ihnen sehr wichtig.

Egal, welche Kontentrennung Du mit Deinem/r Partner/in hast, was mir besonders gefallen hat und was ich persönlich in meiner Beziehung versuche umzusetzen, ist, transparent zu sein. Ebenso, fair zu sein und gemeinsam den Umgang mit Geld zu besprechen.

1. Transparenz

Natürlich redest du nicht beim ersten Daten über Geld. Aber den Umgang mit Geld zu besprechen ist wichtig, sobald die Beziehung ernst wird. Denn in der ersten Phase der Beziehung werden viele Aspekte definiert. Hierzu gehört auch, welche Themen tabu sind und welche nicht. Nicht über Geld zu reden, führt dazu, dass dies möglicherweise ein Tabuthema wird. In meiner Beziehung waren wir relativ früh transparent in Bezug darauf, wie viel wir jeweils verdienen, besitzen und investieren. Klar, manche Leute werden erzogen, nicht über Geld zu reden. Aber die Zeiten ändern sich und Menschen können sich auch ändern. Du kannst aktiv darauf hin arbeiten, indem du Dein/e Partner/in fragst, wie er / sie beispielsweise Investitionen tätigt. Vielleicht musst du auch Interesse für ein Thema entwickeln, das du bisher nicht so spannend fandest. Sobald ihr eine gemeinsame Zukunft habt, wird das liebe Thema Geld auftauchen.

Wenn ihr gemeinsam Geldthemen besprecht, wird es ein Thema werden, mit dem beide gut umgehen können.

2. Gerechtigkeit

Fairness ist schwierig… was ist gerecht? Absolute Fairness, d.h.sich alle Ausgaben 50/50 teilen? Oder besser relative Fairness, also beide tragen basierend auf ihrem Einkommen bei? Hier die Vor- und Nachteile:

Vorteil der 50/50 Regelung: Wenn ihr eure Ausgaben 50% / 50% teilt, führt dies dazu, dass es absolut fair ist, weil beide exakt gleich viel beisteuern. Die Person, die weniger verdient, kann sagen, dies ist nicht fair. Denn beide sollten den gleichen Prozentsatz basierend auf ihrem Einkommen beitragen. Dies würde zu einer relativen Fairness führen. In diesem Fall tragen beide jeweils z.B. 20% des Einkommen zu den gemeinsamen Ausgaben bei (Miete, Essen). Absolut gesehen zahlt eine Person mehr als die andere. Im Vergleich zu dem, was sie oder er verdient, relativ gleich.

Ich persönlich habe meine Meinung geändert, was ich für fair halte.

Anfangs haben wir uns in meiner Beziehung für ein absolutes Prinzip der Fairness entschieden, da es für mich wichtig war zu wissen, dass ich für meinen Lebensstil selbst aufkommen kann. Dieses war für mich in Hinblick auf eine eventuelle Trennung oder Schicksalsschläge relevant.

Heutzutage teilen wir die Dinge mehr nach der relativen Fairness auf, je nachdem, was jeder verdient.

Warum? Weil die Person, die weniger verdient, eine geringere Chance hat, Geld zu sparen (etwa für den Ruhestand), zu investieren und länger braucht, um ein eigenes Polster aufzubauen. Mit einer relativen Fairness ist es wie mit Steuern, beide zahlen etwa 40% Steuern, aber jeder eben die 40% seines oder ihres Gehaltes.

Egal, welche Version Du für Deine Beziehung wählst, sobald ihr zusammenzieht, heiratet oder Kinder ein Thema sind, solltet ihr das Thema Fairness besprechen.

So wird es viel einfacher, basierend auf einem gemeinsam festgelegten Prinzip gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Andernfalls könnte dies zu Streit führen, da eine Person mehr Geld für Dinge ausgibt, die die andere Person nicht interessiert und so weiter. Übrigens: Geld ist einer der häufigsten Scheidungsgründe, egal ob Geld da ist oder nicht.

Eines der Bücher, welches ich kürzlich gelesen habe, heißt "Emotional Currency". Autorin Kate Levinson erklärt, wie wir aufgrund unserer Überzeugungen und unserer Erziehung mit Geld umgehen. Das Buch zeigt, wie unser Wertesystem auch bei Themen wie Geld zum Tragen kommt.

Sehr oft sind wir nicht in der Lage, unsere Finanzen zu verwalten, aber nicht, weil wir nicht fähig sind, sondern weil wir uns selbst blockieren oder ungelöste Probleme in Bezug auf Kontrolle, Scham und Identifikation uns in den Weg kommen.

Kate Levinson erläutert, dass Probleme in Bezug auf Geld oft nicht durch Geld verursacht werden. Sie sind oft ein Symptom für ein tieferes Problem und kommen in Situationen wie Geldsituationen an die Oberfläche. Unter dem Artikel kopiere ich einen Link mit einem Interview mit Kate.

3. REDEN und Zuhören

Über Geldthemen zu sprechen hilft Dir nicht nur zu verstehen, was Dein/e Partner/in derzeit mit ihren / seinen Finanzen anstellt, sondern auch, warum. Dasselbe gilt für Dich. Das Verbalisieren hilft Dir auch, Deine Geld Überzeugungen und Werte zu reflektieren. In jeder Beziehung sind Reden und Zuhören wichtige Tools, um den/die Partner/in ganzheitlicher zu verstehen. Anders als wir denken, ist Geld keineswegs ein rational getriebenes Thema, sondern ein emotionales Thema.

Niemand möchte gierig oder verschwenderisch erscheinen, gleichzeitig werden wir dahingehend erzogen, dass Geldentscheidungen auf eine strukturierte und vernünftige Art und Weise getroffen werden sollten.

Allerdings hat uns niemand in der Schule beigebracht, mit Geld in einer strukturellen und rationalen Weise umzugehen.

Stattdessen sind wir dem überlassen, was unsere Eltern uns als Vorbilder vorgelebt haben - vorausgesetzt, wir sind in einem Umfeld, in dem dieses Thema offener diskutiert wurde, aufgewachsen. Deine Eltern standen vielleicht einer ähnlich schwierigen Situationen gegenüber.

Aus diesem Grund glauben wir bei Finelles, dass "über Geld reden" eine Ansatzweise ist, die es zu verbreiten gilt. Wenn mehr Leute darüber sprechen, ist das Thema Geld weniger schwierig und verschwommen. Sei mutig und beginne mit Dir selbst. Auch wenn Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen möchtest, kannst Du Dich unserer Facebook-Gruppe anschließen und Deine Ideen und Gedanken teilen oder auch Fragen stellen.

Fazit: Rede Tacheles über Geld!

Links und Goodies:


Autorin: Clara Creitz
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (PwC, UBS, Towers Watson). 

 

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