Aktive Frauen können passive Investorinnen sein

 
Photo by  Luke Bender  on  Unsplash

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Denkst du, als aktive, selbstbewusste Frau solltest du eine aktive Investorin sein? Abwarten und erst einmal die Grundlagen klären. Es könnte durchaus sein, dass das passive Investieren besser zu Deinem Lebensstil passt.

Fangen wir bei Null an. Als ich das erste Mal das Wort Anlagestrategie hörte, hatte ich keine Ahnung, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Meine Herangehensweise war bis dato "Geld verdienen", das war meine Anlagestrategie. Um aber mehr zu erreichen - nicht nur Geld verdienen, sondern es auch vermehren -  brauchte ich eine Anlagestrategie. Klingt aber abstrakt, ist es aber nicht! Worum geht es? Es geht darum deine Präferenzen zu definieren - wir schauen uns das ganze gemeinsam im Detail an:

Schritt 1 - Aktives vs. passives Investieren

Aktiv Investieren ist nichts anderes als deine Zeit und Brainpower einzusetzen um die passenden Aktien zu finden. Alternativ kann dies ein Portfolio- oder Fondsmanager für dich übernehmen. Du suchst den Haken? Ganz recht, dies ist der Preis. Zusammengefasst, beim aktiven Investieren musst du entweder viel Zeit mitbringen oder zu zahlst jemanden dafür.

Was ist die Alternative? Passives Investieren! Was ist das? Beim passiven Investieren investierst du auch in Fonds, allerdings in sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). ETFs sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden und meist einen Index abbilden.

Willst du mehr wissen über aktives vs. passives Investieren? Dann haben wir hier ein Video für dich: hier.

Was den jetzt ein Index? Ein Index bildet einen Markt ab z.B. der Deutsche Aktienmarkt wird durch den DAX abgebildet. Im Prinzip ist das wie eine Chartliste. Der DAX wäre dann die Chartliste der 30 größten an der Börse gehandelten Firmen. Was ist der Vorteil? Du kannst in 30 Firmen gleichzeitig mit einem Fond investieren und es ist klar von Anfang an in was du investierst. Dies ist eben anders wie beim Fondsmanager, der für dich die Aktien auswählt. Weil bei ETFs kein Fondsmanager bezahlt wird, sind ETFs auch günstiger. Viel erstaunlicher finde ich allerdings, dass ETFs meist trotzdem eine höheren Gewinn abwerfen, also sind sie günstiger und du bekommst mehr. Passiv heißt das Ganze weil weder du noch ein Fondsmanager die Aktienauswahl treffen müssen, denn wie gesagt die Chartliste definiert dies schon (z.B. die 30 größten Unternehmen). Welche sind die spannenden Charts bzw. Indices? Beispielsweise der MSCI World, hier investierst du in ca. 1.700 Unternehmen in 23 Industrienationen. Oder der MSCI Emerging Markets, hier investierst du in über 800 Unternehmen in 24 Schwellenländern wie China, Brasilien etc.

Willst du mehr wissen über ETFs, dann schau das Video: hier


Schritt 2 - Risikoprofil & Asset Allokation


Bei der Investition hängen 90% Deiner Anlageentscheidungen von Deiner Asset Allokation ab. Diese wiederum beruht auf zwei Prinzipien:


1. Dein Risikoprofil: Basierend auf Deiner Situation (z.B. Alter, Risikotoleranz, Investitionsbetrag, Anlageziel, Anlagehorizont) kannst Du Dein Risikoprofil definieren. Das Risikoprofil definiert dann, wie viel % Deines Anlagebetrages in Risikolose Anlagen (z.B. Bar, Tagesgeld oder Anleihen) gehen oder in Risikoreiche Anlagen (z.B. Aktien, Rohstoffe, Immobilien). Dein Risiko bestimmst du durch einen Fragebogen oder ein Online Tool.

Praxistipp: Du kannst Dein Risikoprofil und Assetallokation beispielsweise mit dem justETF Strategy Builder berechnen.

2. Deine Asset Allokation
Deine Asset Allokation ist nichts anderes als dein Geld in mehrere Körbe zu legen. Du hast bestimmt schon mal davon gehört “Nicht alle Eier in einen Korb legen”, was nichts anderes heißt als nicht nur auf ein Pferd setzen. Mit deiner Asset Allokation weisst du schon mal wie viel von deinem Geld du in den Korb “mehr Risiko” legen magst und wieviel von deinem Geld in den Korb “kein Risiko” legen magst. Beide Körbe brauchst du, um sowohl Gewinn zu machen, aber nicht zu viele Risiken einzugehen. Als nächstes wählst du die Eier für deine Körbe. Eine Asset Allokation sollte diversifiziert sein, was bedeutet, dass Du nicht nur verschiedene Anlageklassen (z.B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe) auswählst, sondern auch innerhalb einer Anlageklasse diversifiziert (z.B. in Aktien verschiedener Regionen, verschiedener Branchen). Aus diesem Grund sind ETFs so “pflegeleicht”. Bei einem ETF (z.B. MSCI World) wählst du etwa einen sehr diversifizierten ETF aus und legst somit dein Geld in mehrere Länder (z.B. beim MSCI World in 23 Länder) und Unternehmen (z.B. beim MSCI World in über 1.700 Unternehmen) an.


Schritt 3 - Loslegen

Dies ist der aktivste Teil beim passiven Investieren. Wenn du investieren möchtest, benötigst du ein Depotkonto, dies ist ein Konto speziell für Aktien und andere Anlagen. Depotkonten eröffnest du wie ein normales Konto, meist sind hier Online Banken wie die comdirect günstiger wie deine normale Hausbank. Wenn du dein Depotkonto eröffnet hast, musst du nur noch dein Geld anlegen in dem du deine(n) ETF(s) kaufst. Dafür brauchst du die passende ISIN Nummer, dies ist nichts anderes als die Produktnummer. Wie findest du diese? Auf Seiten wie justETF.de findest du alle möglichen ETFs und kannst hier filtern welche du möchtest.

Praxistipp: Wie du den besten ETF findest, kannst du in der ETF Academy nachlesen: hier.

Und dann kannst du deine Strategie umsetzen. Peter Drucker sagte: "Kultur isst Strategie zum Frühstück", beim Investieren sollte dies heissen: "Ausführung isst Strategie zum Frühstück".

Schritt 4 - Passiv bleiben

Das ist schöne Teil beim passiv Investieren, er ist auf Langfristigkeit ausgelegt d.h. min. 10 Jahre. Und in der Zwischenzeit? Nichts tun, denn wenn du breit aufgestellt bist, musst du dich auch nicht mehr um deine Anlage kümmern. Diese läuft von alleine. Daher eben auch der Name “passives Investieren”.

Willst du mehr lernen über das Thema?

Dann melde dich doch zu unserem Online Kurs an zu den Grundlagen des Investieren. Hier gehen wir durch alle Punkte wie z.B. was ist eine Aktie? Was ist ein Fonds? Was ist ein ETF? durch und zeigen dir auch wie du dein Depotkonto eröffnest und ETFs suchen kannst. Mehr hier: https://www.finelles.com/de/investing-basics/bootcamp-overview

Praxistipp: Um ETFs besser zu verstehen, empfehle ich das Buch “Souverän Investieren mit ETFs” von Dr. Gerd Kommer


Autorin: Clara Creitz
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (PwC, UBS, Towers Watson). 

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