Aktien, Kylie Jenner und Snapchat

 
Photo by  Mimi Thian  on  Unsplash

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In Aktien zu investieren ist eines der Themen, die immer interessant waren, sind und sein werden. Warum? Weil Aktien mit einer der attraktivsten Investitionen sind. Aber wie funktionieren Aktien? Und vor allem, wie findest du die “richtige”?

Was sind Aktien?

Auch wenn Aktien für viele Leute etwas Abstraktes darstellen, gibt es sie schon fast seit 400 Jahren.  Das Wort leitet sich dann auch aus dem lateinischen Wort „actio“ ab, was mit „Klageanspruch“ übersetzt werden kann. Damals wie heute versteht man darunter ein „Anspruch“ oder „Anrecht“.

Als vor 400 Jahren die ersten größeren Firmen und Kooperationen entstanden, legten typischerweise mehrere Geschäftsleute Geld zusammen, um ihre Geschäftsaktivitäten zu finanzieren. Um den Überblick zu behalten, wer wie viel beigesteuert hatte, erhielt jeder entsprechend des Wertes seiner Einzahlung einen „Anspruch“ in Form von Aktien auf die Firma oder Kooperation. Somit war die Anzahl Aktien pro Firma oder Kooperation auf eine bestimmte Anzahl limitiert. Der Wert aller dieser Aktien war das Aktienkapital. Je mehr Aktien ein Geschäftsmann besaß, desto größer war sein „Anspruch“ auf die Firma.

Was kostet einen Anspruch oder Anrecht, und was kann ich damit tun?

Heute musst du nicht mehr zu den Gründerinnen einer Firma gehören, um einen „Anspruch“ auf diese zu bekommen. Die meisten Firmen lassen es zu, dass du dich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einkaufen kannst. Dies geschieht, indem du eine Aktie ersteigerst.

Was hat Kylie Jenner mit dem Aktienpreis zu tun?

Der Aktienpreis gestaltet sich grundsätzlich nach dem Angebot und Nachfrageprinzip. Wollen viele Leute sich einkaufen, ist sie teurer, wollen Leute ihren Anspruch aufgeben, sinkt der Preis. Heute können die Preise durch weitere, ganz unterschiedliche Ereignisse beeinflusst werden. Äussert sich zum Beispiel ein Musikstar über Social Media negativ zu einer Firma, kann der Preis dieser Aktie um mehrere Prozente fallen.

So trug Kylie Jenner im Februar 2018 mit der Nachricht, Snapchat nach einem Update nicht mehr zu nutzen, erheblich zum Absturz der Aktie der App-Betreiberfirma Snap bei.

Der Preis sank zeitweise um fast acht Prozent, was bezogen auf das Aktienkapital etwa 1,7 Milliarden US Dollar entspricht.

Wenn du dich einkaufst, wirst du zwar nicht zur Gründerin, aber zur Mitbesitzerin der Firma. Als Mitbesitzerin einer Firma hast du den „Anspruch“, über die Geschäftstätigkeiten mitzubestimmen. Sei es über die Strategie der Firma oder aber auch wie viel der Chef der Firma verdienen soll. Zudem kannst du am Gewinn der Firma profitieren (über die Dividendenausschüttung), gleichzeitig trägst du aber auch das Risiko mit, wenn es mal nicht so gut läuft.

Da du aber in der Regel nur einen ganz kleinen Teil aller Aktien einer Firma kaufst, ist der „Anspruch“ mitzubestimmen auch sehr gering. Typischerweise gilt: eine Aktie, eine Stimme, wenn es um den „Anspruch“ der Mitbestimmung geht. In der Praxis bedeutet das, dass du keinen Einfluss nehmen kannst. Genau aus diesem Grund ist es wichtig sich zu gut zu überlegen, bei welcher Firma du dich einkaufen möchtest, um ein „Anrecht“ auf Mitbestimmung zu bekommen.

ÜBERLEGUNGEN beim Aktienkauf

Nimm dir Zeit für die Beantwortung dieser Fragen:

  1. Da ich persönlich keinen Einfluss auf die Firma nehmen kann, kann ich darauf vertrauen, dass andere Leute in meinem Sinne die Geschicke der Firma leiten?

  2. Sind die Produkte und Dienstleistungen der Firma in der Zukunft noch gefragt?

  3. Wird die Geschäftsführung der Firma diese in eine erfolgreiche Zukunft führen? Ist das Unternehmen beispielsweise im digitalen Bereich vertreten? Werden Produkte digital vertrieben?

  4. Verstehe ich das Geschäftsmodell des Unternehmens? Womit verdient das Unternehmen Geld? Wo entstehen Ausgaben für das Unternehmen?

  5. Welche Wettbewerbsvorteile hat das Unternehmen? Sind die Wettbewerbsvorteile nachhaltig? Baut das Unternehmen die Wettbewerbsvorteile weiter aus?


Was bei der Auswahl der Aktien helfen kann, ist deine Beschäftigung mit den Kennzahlen. Auf diesen gehen wir im nächsten Artikel ein.


Autorin: Clara Creitz
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (PwC, UBS, Towers Watson). 

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