Vorbilder kommen nie aus der Mode

 
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Vor vier Tagen bin ich 41 geworden. Dabei ist mir klar geworden: Egal, ob du 41 oder 14 bist, Vorbilder kommen nie aus der Mode. Wenn überhaupt, schätze ich sie heutzutage noch mehr.

Ein Vorbild ist für mich eine Person, zu der ich aufschaue. Es ist eine Person, deren Verhalten und Werte ich nachahmen möchte. Als ich 14 war, war das eine Frau, die das Gros ihrer freien Zeit der Arbeit in einem "Dritten Weltladen" widmete und ein aktives Mitglied von Bündnis 90 / Die Grünen war. Sie war bescheiden, sie hatte eine Vision, sie hat sich nie im Ton vergriffen. Sie hat immer wieder betont, dass es wichtig ist, anderen zu zuhören, auch wenn diese eine andere Sichtweise als die eigene vertreten. Leider starb sie in ihren späten 40ern. Aber bis heute erinnere ich mich an sie.

Wer ist ein Vorbild?

Es kann jemand aus der Gegenwart sein (Lady Gaga?) Oder eine Person aus einem früheren Jahrhundert (Nofretete, die ägyptische Königin? Hypatia, die hellenische Astronomin, Mathematikerin und Philosophin?). Es spielt keine Rolle. Du kannst mehrere Vorbilder haben oder nur eine Person bewundern. Vorbilder können sich im Laufe Deines Lebens und Deiner Karriere verändern. Erinnerst du Dich an die Diskussion von Sheryl Sandbergs Buch "Lean in" - einige haben sie vielleicht als ihr Vorbild angesehen. Manche mögen stolz über Angela Merkel sagen: Sie ist mein Vorbild. Oder Coco Chanel. Du siehst ... die Liste ist endlos.

Im beruflichen Kontext ist aus verschiedenen Gründen vorteilhaft, ein Vorbild zu haben. Das sind meine fünf Gründe:

  1. Inspiration - wenn dir die Ideen ausgehen, hilft Dir diese Person, wieder kreativ zu sein

  2. Hindernisse – denke an dies Person oder spreche mit ihr, wenn du das Gefühl hast, dass du Schwierigkeiten überwinden musst

  3. Fehler - Indem du Dir die ausmalst, welche Herangehensweise Dein Vorbild gewählt hätte, kannst du eine andere Perspektive einnehmen

  4. Charakter - ein Vorbild als jemand, dessen Verhalten du gerne nachahmst, wenn du Dich in einer persönlichen Veränderung befindest

  5. Erfolg – analysiere, wie diese Person erfolgreich wurde und welche Verhaltensweisen, Werte und Handlungen sie zum Erfolg führten.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass in einer fordernden beruflichen Situation allein schon die Reflexion darüber hilft, wie Dein Vorbild sich jetzt verhalten würde. Meine Freundin Jolie und ich sagen manchmal scherzhaft "Was würde Hillary tun?" Wir beziehen uns hierbei auf Hillary Rodham Clinton. Aber es hilft mir tatsächlich, mir diese Frage zu stellen. Indem ich die Sichtweise des Vorbilds einnehme, gewinne ich Abstand, kann mich ein Stück weit aus einer schwierigen Situation lösen. Das Ergebnis: Ich finde Lösungen.

Wenn du eine Zeit lang für große und komplexe Organisationen gearbeitet hast, schockiert Dich menschliches Verhalten (und Firmenpolitik) nicht mehr sehr. In diesen Situationen hilft es, sich am Vorbild zu orientieren. Könnte X mit Szenario Y gutheißen? Oder hätte sie oder er Einwände dagegen? Der Charakter einer Person ist sehr relevant und kann als Leitfaden dienen.

Erfolg und Inspiration sind auch große "Geschenke", die uns Vorbilder (manchmal unbewusst) machen. Wenn du einen langfristig ausgerichteten beruflichen Plan hast (nehmen wir an, du verfolgst einen fünfjährigen Karriereplan) und Dich manchmal fragst, ob Ihre Bemühungen überhaupt wertgeschätzt werden, denke an den Erfolg Deines Vorbilds. Frage Dich: Welche Verhaltensweisen und Werte haben sie oder ihn dazu gebracht, erfolgreich zu sein, ihre / seine Ziele zu erreichen? Lass dich inspirieren!


Autorin: Caroline-Lucie Ulbrich
Gründerin von Finelles. Coach und Organisationsberaterin (EZB, Deutsche Bank and UBS).

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