Brauchst du Geld für den Notfall? Lege Dir einen Notgroschen zu

 

Wenn wir die Grundlagen des persönlichen Finanzmanagements erklären, ist eines der ersten Konzepte, auf die wir uns beziehen, das Konzept eines Notfallfonds. Notfall - klingt das nicht ein bisschen dramatisch? Schon - aber in dem Moment, in dem Du eine Rechnung für eine unvorhergesehene Autoreparatur erhälst oder nach Hause fahren musst, weil Dein alternder Vater im Krankenhaus ist, wirst Du froh sein, diesen zu haben.

Ein Notfallfonds ist eine bestimmte Summe von Kapital, die Du sparst. Früher hieß das Notgroschen. Beachte, dass ein Notfallfonds liquide sein sollte (also kein gebundenes Kapital, welches in längerfristigen Anlageinstrumenten wie Anleihen gebunden ist). Idealerweise liegt dieses (liquide) Geld auf einem Sparkonto oder auf einem Tagesgeldkonto (Sofortkonto).

Geldexperten empfehlen, mindestens 2 bis 3 Monate Deines Nettoeinkommens Deinem Notfallfonds zuzuweisen. Ich habe Artikel gelesen, die 3-6 Monate benennen (zum Beispiel, Autorin Miriam Caldwell von The Balance). Dies hängt von Deinem Beruf ab und wie volatil deine Anstellung ist bzw. wie schnell Du wieder einen Job finden kannst. 

Wenn Dich der Gedanke, 2-3 Monate Deines Nettoeinkommens zu sparen, abschreckt, teile das Sparziel in kleinere Schritte auf. Beispielsweise könnest Du festlegen, dass Du für das Ansparen des Notgroschens 12 Monate benötigst. Die finale Summe könntest Du erreichen, indem Du entweder jeden Monat denselben Betrag sparst oder Deine Sparsumme von Monat zu Monat schrittweise erhöhst.

Praxistipp

Nehmen wir an, Dein monatliches Nettoeinkommen beträgt EUR 2.300. Dein Notfallfonds sollte daher 3 x EUR 2.300 = EUR 6.900 enthalten. Wenn du Dich dazu entschließt, innerhalb von 12 Monaten das Geld für Deinen Notgroschen zu sparen und das jeden Monat zum gleichen Sparbetrag, müsstest Du pro Monat EUR 575 zur Seite legen. Wenn Du bereits weißt, dass Du im März eine Bonuszahlung in Höhe von 1.000 EUR erhalten wirst, könntest Du diesen in Deine Berechnungen einbeziehen (6.900 EUR - einmalige Einzahlung von 1.000 EUR - so dass Du innerhalb von 12 Monaten 5.900 EUR zusätzlich zum Bonus beiseite legst). Finde einen (Spar-)Weg, der für Dich funktioniert – stelle in jedem Fall sicher, dass Du das Geld für diesen bestimmten Fonds sparst.

Hast Du Schulden, raten wir Dir, diese so schnell wie möglich zurückzuzahlen und erst dann den Notfallfonds aufzubauen. Warum empfehlen wir nicht, dass Du beides gleichzeitig machst? Du verlierst Geld, wenn Du einen Kredit zu lange zurückzahlst - die Zinsen, die Du für das Darlehen bezahlst, kosten Dich zusätzlich zu dem Kapital, das Du schuldest. Bezahlen daher das Darlehen so schnell wie möglich ab, dann fange an, für Deinen Notfallfonds zu sparen.

Während wir bei Finelles Dir empfehlen, in Zeiten niedriger (Sparbuch-)Zinsen Dein Geld zu investieren und so für Dich arbeiten zu lassen, sind wir auch sehr pragmatisch. Du brauchst einen Notgroschen – Basta. Einer der Vorteile hiervon: Du wirst besser schlafen, weil du Dir neben all den Alltagsthemen keine Sorgen über unvorhergesehene finanzielle Engpässe machen musst.


Autorin: Caroline-Lucie Ulbrich
Gründerin von Finelles. Coach und Consultant (EZB, Deutsche Bank und UBS). 

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