Kein Kapital ohne Humankapital

 
Photo by  Artem Bali  on  Unsplash

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Was ist Humankapital?

Schauen wir uns die Wörter Humankapital an. Die Wörter deuten darauf hin, dass es ein Kapital gibt was auf Menschen beruht. Kann ich also Aktien oder Aktien kaufen, die in Menschen investieren? Nicht wirklich, aber dieses Bild hat etwas.

Humankapital ist im Grunde genommen das Wissen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Mensch besitzt und definieren seinen ökonomischen Wert, wenn er oder sie diese Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen verwendet.

Das Humankapital einer Person ist ein Gegenwartswert des zukünftigen Einkommens einer Person. Dies wird durch Alter, erwartete Einkommens- und Gehaltssteigerungen und Arbeitsplatzsicherheit bestimmt. Je jünger Du bist, desto mehr Einkommen wirst Du erwarten. Je relevanter Deine Fähigkeiten sind, desto höher ist Deine Arbeitsplatzsicherheit und Dein erwartetes Einkommen. In einer typischen Situation ist Dein Humankapital ziemlich hoch, gerade wenn Du jung bist, da Dein erwartetes Einkommen noch eintreten muss. Je älter Du wirst, desto geringer wird Dein Humankapital und Dein finanzielles Kapital steigt, wenn Du Dein Humankapital nutzt.

Der Aufbau und Erhalt Deines Humankapitals für die zukünftige Entwicklung Deines Vermögens von entscheidender Bedeutung.

Wie baue ich mein Humankapital auf?

Humankapital besteht aus Wissen, Fähigkeiten und Fähigkeiten. Die Frage ist also, wie baue ich diese Faktoren auf?

Wissen

Wissen wird typischerweise durch Bildung wie Schule, Universität, Lektüre von Büchern und die Nutzung anderer Ressourcen aufgebaut. Laut karrierebibel.de verdienst Du im Vergleich zu Gleichaltrigen mit einem Abiturabschluss 28% mehr mit einem Masterabschluss. Das Durchschnittsgehalt eines Master-Absolventen beträgt rund EUR 56.165 (brutto) pro Jahr, Bachelor-Absolventen verdienen etwa EUR 55.585 (brutto) pro Jahr und Fachkräfte mit Abitur verdienen EUR 43.980 (brutto) pro Jahr. Ein Doktorand erhält im Durchschnitt EUR 65.708 (brutto) pro Jahr. Warum diese Unterschiede? Der Arbeitsmarkt kompensiert das zusätzliche Wissen, das Du durch Bildung erhältst.

Wenn Du jung bist und z.B. direkt von der Universität kommst, ist Dein Humankapital normalerweise ziemlich hoch.

Aber Dein Humankapital verliert an Wert, wenn Du nicht in lebenslanges Lernen investierst. Indem Du spezifische Berufszertifikate erwirbst oder an berufsrelevanten Schulungen teilnimmst, kannst du dein Wissen wieder erhöhen. Laut Studien der Oxford University sowie Beratungsunternehmen wie PwC, werden in den nächsten 5-10 Jahren rund 20-30% der jetzigen Jobs automatisiert werden.

Wenn Dein Arbeit repetitive Aufgaben beinhaltet, auf Regeln basiert, sehr präzise und zeitaufwändig sein muss, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Deine Arbeit automatisiert wird.

Arbeitsplätze im Finanzsektor, in der Verwaltungstätigkeit oder in der Produktion werden hiervon betroffen sein. Der einzige Weg, sich nicht überflüssig zu machen, ist, mit den Fähigkeiten, die in der Zukunft benötigt werden, Schritt zu halten.

Aber was sind dann sichere Jobs,? Das sind Jobs, die erfordern, dass Du kreativ bist, kundennah sind oder sehr “unberechenbar” sind. Das sind zum Beispiel Berufe wie Künstler, Wissenschaftler, Strategen, aber auch Krankenschwestern, Ärzte oder Installateure.

Fähigkeiten

Fähigkeit bezieht sich auf die Anwendung des eigenen Wissen in der Praxis. Deshalb ist es wichtig, möglichst viel Erfahrung zu sammeln, um langfristig einen echten Wert beizusteuern. Du solltest nicht nur Zertifikate oder Trainingsmöglichkeiten in Angriff nehmen und nutzen, sondern auch die Augen offen zu halten und neugierig sein.

Warren Buffet, einer der erfolgreichsten Investoren, sagte einmal: "Je mehr Du lernst, desto mehr verdienst Du." Ich stimme 90% zu, mit einem Hinweis: "... solange du etwas lernst, das Du nutzen kannst."

In der Vergangenheit galt: wenn Du an der Universität studiert hast, war dies ein guter Indikator für eine gut bezahlte Position. Heutzutage sind die in Universitäten gelehrten Themen nicht immer auf dem neuesten Stand, sondern geben Dir eher eine Richtung vor. Für viele eher neueren Jobs findet das eigentliche Lernen am Arbeitsplatz statt. Dein Job kann sich fünf Jahre später komplett verändert haben. Auf den Punkt gebracht: die Fähigkeit, Dein Wissen langfristig anzuwenden, ist der größte Einflussfaktor auf Dein Humankapital, nicht das Wissen selbst.

Wann immer es möglich ist, versuche, Dich beruflich weiter zu entwickeln oder nach der Möglichkeit zu fragen, auf Deiner Arbeit Deinen Aufgabenbereich zu erweitern bzw. mehr Verantwortung zu übernehmen.

Wichtig dabei ist, dass Dein größtes Interesse ist, in Deinem Berufsfeld so gut wie möglich auf dem neuesten Stand zu sein. Dein Arbeitgeber hat ein gewisses Interesse daran, dass Du in deinem aktuellen Job durch Schulungen produktiver wirst. Aber nur Du hast ein großes Interesse daran, langfristig Dein Profil weiterzuentwickeln.

Kompetenzen

Nehmen wir an, Du hast das Wissen für eine bestimmte Aufgabe und du hast auch die praktische Fähigkeit, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Kompetenzen ist die nächste Ebene. Kompetenz ist die eigentliche Entscheidungsfindung bei der Auswahl der besten Lösung. Angenommen, Du kannst ein Problem auf drei verschiedene Arten lösen und Du weisst auch, wie Du die drei Möglichkeiten implementierst. Kompetenz ist die Fähigkeit zu entscheiden, welche Lösung die beste ist. Kompetenz ist etwas, was Du im Laufe der Zeit mit Erfahrung im Beruf erreichst, aber auch im Austausch mit anderen, zum Beispiel Menschen, die mehr Erfahrung haben als Du.

Aus diesem Grund ist die Vernetzung innerhalb eines Unternehmens und extern mit anderen Fachleuten so wichtig. Mit anderen zu sprechen und Erfahrungen zu teilen, hilft uns, eine andere Perspektive zu bekommen und etwas über Themen zu lernen, die wir nicht kannten oder haben. Netzwerker haben auch den Vorteil, Trends zu erkennen und andere Marktteilnehmer kennenzulernen. Ein zusätzliches Plus am Vernetzen ist, dass Du die Chance hast, sich mit Personen aus zu tauschen, die 5-10 Jahren weiter in ihrer Karriere sind. Wenn Du weisst, wie sie vorgegangen sind, erhältst Du ein Vorstellung davon, wie Du Deine Karriere entsprechend planen kannst. Solltest Du in Zukunft einen Arbeitsplatzwechsel wünschen, kann ein Netzwerk sehr hilfreich sein. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden rund 30% der Arbeitsplätze durch Vitamin B besetzt. Für Managementpositionen erhöht sich dieser Wert auf 70%. Nicht nur, dass Du persönlichen Kontakte für Deinen potenziellen nächsten Karriereschritt nutzen kannst, sondern Netzwerke haben auch einen Einfluss auf Dein Gehalt. Laut Richard Benton (North Carolina State University) waren Positionen, die durch eine Vitamin B vermittelt wurden, mit einem höheren Gehalt und einer höheren Hierarchieebene verbunden. Das Vernetzen lohnt sich tatsächlich, neben natürlich dem persönlichen und sozialen Austausch.


Zusammenfassung

Ohne ein Humankapital ist es sehr schwierig, Finanzkapital zu erzielen. Das Humankapital ist der aktuelle Wert Deines zukünftigen Einkommens. Daher zahlt sich die Investition in Dein Humankapital langfristig aus. Auf dem neuesten Stand zu bleiben, neue Dinge zu lernen und sich mit anderen Fachleuten und Menschen zu vernetzen, erhöht Tag für Tag Dein Humankapital.

Neues lernen ist eine Investition in Deine Zukunft.


Autorin: Clara Creitz
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (PwC, UBS, Towers Watson). 

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