Girls just want to have funds

 

Ich habe 2014 begonnen, für eine große deutsche Bank zu arbeiten. Es war nicht mein erster Job bei einer Bank. Seit meinem 26. Lebensjahr arbeite ich immer wieder mal in der Finanzdienstleistungsbranche. Geld, Vermögensbildung und Investitionen sind für mich keine böhmischen Dörfer. "High-Net-Worth-Individuum"? Natürlich weiß ich, welche Gruppe das bezeichnet.

Interessanterweise habe ich Vermögen nie mit mir selbst in Verbindung gebracht. Es kam mir nie in den Sinn, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Ich war "brav" und habe im Alter von 17 bis 20 Jahren Geld in einen sogenannten "Bausparvertrag" investiert - was man so macht. Einfach gesagt, sind Bausparverträge staatlich subventionierte Sparverträge, die Dir (in Deutschland) beim Immobilienkauf helfen sollen. Ich besaß zwei davon! Als ich 1997 zum Studienbeginn nach Berlin zog, kündigte ich die Bausparverträge. Was tat ich mit dem Geld? ich kaufte mir Möbel für meine erste Wohnung. Ich nehme an, das war eine "Investition".

Es ist 2014 und ich habe den Job bei einer großen deutschen Bank angetreten. Einmal wieder war ich von Bankern umgeben. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass auch ich einen strategischeren Ansatz verfolgen sollte, um mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Ich wusste nicht so recht, wie ich anfangen sollte. Investieren war eine große ‘Black Box’ für mich, eine sehr undurchsichtige Chose: Brauchte ich mehrere tausend Euro, um zu investieren? Welche Aktien soll ich kaufen? Facebook? Wo konnte ich diese kaufen? An der Frankfurter Börse? Dann habe ich getan, was ich normalerweise tue: Ich habe meine Freunde gefragt. Um genau zu sein, meinen besten (Bank-) Freund und Kollegen Daniel. Er schlug vor, in ETFs (Exchange Traded Funds) zu investieren. ETFs? Ich hatte noch nie zuvor von diesen Finanzinstrumenten gehört.

Hier eine Definition: ETFs sind "ein Investment-Vehikel, welche eine diversifizierte Exposure in einem bestimmten Bereich des Marktes bietet." (ETF-Universität). Wie bitte? Lasst mich den Investment-Jargon übersetzen: Ein ETF macht nichts anderes, als die Performance von Aktien einer bestimmten Gruppe von Unternehmen zu spiegeln. Diese könnten sein: Alle an der Deutschen Börse notierten Unternehmen (alle DAX-Unternehmen). Oder du kaufst einen ETF, der die Leistung von rund 1.650 großen Unternehmen auf der ganzen Welt spiegelt (darunter Nestlé, Merck, Coca Cola, Citigroup, Shell ...). In diesem Fall würdest du höchstwahrscheinlich in den MSCI World ETF investieren.

Für frischgebackene Anleger, die investieren möchten, gibt es mehrere Vorteile, Geld in einen ETF zu stecken: du kannst mit einer monatlichen Sparrate von EUR 25 starten (wenn du Dich entscheidest, diesen bei einer Direktbank einzurichten und bereit bist, das Portfolio selbst online einzurichten). Außerdem kannst du die monatlichen Beiträge aufstocken. Es gibt Dir eine gewisse Flexibilität, die ich sehr schätze. Stell Dir vor, du hast eine Gehaltserhöhung erhalten und kannst ab jetzt EUR 50 mehr pro Monat in ein ETF-Anlageinstrument investieren: du loggst Dich einfach in Dein Direktbank Investment Portfolio ein und führst diese Anpassungen selber durch. So einfach ist das.

Das habe ich getan: Ich habe mein Investment Portfolio bei einer Direktbank eingerichtet. Nachdem ich meine Login-Daten und meine TAN-Liste (Transaktionsnummern) erhalten hatte, wählte ich zwei ETFs aus, in die ich investieren konnte. Ich besparte jeden ETF mit EUR 50 pro Monat (das Geld hierfür wird automatisch von meinem Bankkonto abgebucht). Ich wählte die ETFs basierend auf der Empfehlung meines Freundes und meinen eigenen Recherchen bezüglich des Volumens und der Performance der ETFs aus:

  • MSCI World

  • Dow Jones Global 50.

Ich werde in einem separaten Artikel erklären, was es mit Volumen und Performance auf sich hat.

Jetzt ist es 3,5 Jahre später. Ich bin stolz auf mich: ich habe nie daran gedacht, mein ETF Portfolio aufzulösen. Hin und wieder logge ich mich in mein Konto ein, um zu sehen, wie die ETFs sich machen. Aber das ist alles.

Beachtet, dass ich nicht mit einer klaren Anlagestrategie begonnen habe - ich habe einfach losgelegt. Mit ETFs kann man so schnell nichts falsch machen, finde ich. Warum? Ganz einfach, weil Dein Geld bei einer jährlichen Rendite von 4 bis 10% (je nach gewähltem ETF) viel besser angelegt ist, als es auf einem Sparkonto zu belassen (mit aktuellen Zinssätzen von 0 bis 0,5%). Es ist dann sinnvoll, Dein Geld in einen ETF zu investieren, wenn du bereit bist, es für einen längeren Zeitraum dort zu lassen (sagen wir zehn Jahre, zwanzig Jahre). Auf diese Weise kannst du vom Zinseszinseffekt profitieren. Außerdem werden die unvermeidlichen Schwankungen des Aktienmarktes Deine Investitionen nicht so sehr beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass diese über längere Zeithorizonte -  ca. 15 Jahre - ausgeglichen werden (was sich auch auf Deine ETFs auswirkt).

Einfach mit dem Investieren zu beginnen hat mich motiviert, mehr darüber zu lernen. Zunächst mag Investieren wie eine komplizierte Fremdsprache erscheinen, etwa Mandarin. Du kannst aber kleine Schritte machen und lernen, wie es geht. Es ist in Ordnung, klein anzufangen. Es ist nie zu spät, Dein Geld für Dich arbeiten zu lassen. Wir bei Finelles sind hier, um Dir zu helfen, Dir das Grundlagenwissen über persönliche Finanzen und Investitionen anzueignen.


Autorin: Caroline-Lucie Ulbrich
Gründerin von Finelles. Coach und Consultant (EZB, Deutsche Bank und UBS). 

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