Frauen, Geld & Emotionen - gibt es einen Zusammenhang?

 

Im Jahr 2016 kaufte ich das Buch "Emotional currency - A Woman's Guide to Building a Healthy Relationship with Money" von der amerikanischen Autorin Kate Levinson. In diesem Buch diskutiert die Autorin und Psychotherapeutin Dr. Levinson neue Ansätze, um unsere Ansichten und Glaubenssätze zum Stellenwert von Geld zu überprüfen. Darüber hinaus hilft sie den Lesern, sich über die eigene Gemütslage klar zu werden: warum fühlen wir uns "reich" oder "arm"? Und wie hängt das konkret mit Geld zusammen?

Das Buch folgt einem sehr praktischen Ansatz: Es enthält viele Übungen, die die Leserin dazu anregen, ihre Beziehung zu Geld zu reflektieren. In den ersten Kapiteln gibt es zum Beispiel eine lange Liste von Wörtern, die wir möglicherweise mit Geld verbinden könnten. Beispiele sind: Versagen, Schuld, Inkompetenz, Unabhängigkeit, Status, oder Selbstwertgefühl. Beachte, dass die Liste mehrere Seiten lang ist – dies Übung gibt Dir ein Gefühl dafür, wie komplex und facettenreich unsere Beziehung zu Kapital sein kann.

Geld ist nicht nur ein Gut, das wir für Dienstleistungen bezahlen - in westlichen Gesellschaften ist es ein Symbol für unseren Wert. Dieser Wert kann uns von uns selbst oder anderen zugeschrieben werden - in beiden Fällen ist er ziemlich real. Auch wenn wir nicht offen darüber reden: er existiert. Überlege zum Beispiel für einen Moment, wie du Dich fühlst, wenn du Dein Gehalt nicht erfolgreich verhandelst. Oder wenn du einen unerwarteten Bonus erhälst. Vor einer Woche erzählte mir meine Cousine, wie glücklich eine unerwartete Bonuszahlung sie machte - ich konnte das Glück und den Stolz in ihren Augen sehen.

Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland immer noch 21% weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Es könnte sich lohnen, etwas tiefer zu graben, um unsere Einstellung zu Geld ändern und mehr Geld zu verdienen. Könnte es sein, dass unsere Überzeugungen über Geld und unseren eigenen Wert tief verwurzelt sind? Dass die Grundlagen hierfür in unserer Vergangenheit geschaffen wurden? Falls ja, wie können wir diese an die Oberfläche bringen?

In einem Kapitel regt Kate Levinson ihre Leser an, über drei Fragen nachzudenken:

  • Welche Botschaften hast du als Frau erhalten in Bezug auf Geld verdienen, ausgeben, sparen und verschenken, investieren?

  • Wurdest du aufgrund Deines Geschlechts in Ihrer Familie unterschiedlich von Deinen männlichen Geschwistern behandelt?

  • Welche Botschaft hast du von Deinen Eltern, Deiner Familie, Gemeinschaft, ethnischen Gruppen, Rasse und sozioökonomischen Klasse über Frauen und Geld erhalten?

Du musst nicht mehrere Seiten oder einen übermäßig reflektierten Essay als Antwort auf die Fragen schreiben. Es kann ausreichen, Dir drei Minuten zu nehmen, um die Fragen zu lesen und zu bearbeiten. Es ist auch in Ordnung, wenn du für entscheidest, dass dieses für Dich überhaupt nicht relevant ist. In meinem Fall hat mir das Hinsetzen und Niederschreiben, was mir in den Sinn kam, geholfen. Ich konnte einige alte Überzeugungen, die ich schon eine ganze Weile mit mir herumgeschleppt hatte, kritisch hinterfragen.

Wir bei Finelles sind hier, um Dir alle die Tools an die Hand zu geben, damit du mehr finanzielle Selbstsicherheit erlangst. Und genau aus diesem Grund schreibe ich gerne über die Psychologie des Geldes.


Autorin: Caroline-Lucie Ulbrich
Gründerin von Finelles. Coach und Consultant (EZB, Deutsche Bank und UBS).  

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