Wie budgetiere ich mein Geld für meine Jobpause?

 
Photo by  Toa Heftiba  on  Unsplash

Photo by Toa Heftiba on Unsplash

Denkst du an ein Sabbatical? Du bist nicht allein. Laut einer Studie von XING, dem sozialen Online-Netzwerk für Berufstätige, haben rund 10% der Deutschen ein Sabbatical absolviert. Außerdem denken 21% darüber nach. Aber wie kann ich ein Sabbatical oder eine Job Pause einplanen? Und wie plane ich die Finanzen?

Wenn es um ein Sabbatical geht, gibt es zwei Dinge zu planen - wie man vor dem Sabbatical zurecht kommt und wie man während des Sabbaticals zurecht kommt. Abhängig davon, ob du bei deinem Arbeitgeber bleibst, ist es auch notwendig, das danach zu planen.

Wir zeigen dir ein paar Modelle, wie du ein Sabbatical machen könntest.

Planst du eine kurze Pause (1-3 Monate)? Dann sind folgende Dinge zu beachten: 

1. Überstunden

Solltest du in der Lage sein, Überstunden zu sammeln und auch die Überstunden auszugleichen, könnte dies ein gutes Modell für dich sein. Viele Unternehmen haben heutzutage ein flexibles Modell und erlauben dir, ein Überstundenkonto zu haben, oft sind sie allerdings auf eine maximale Anzahl von Stunden beschränkt. Ich persönlich habe diese Version mehrmals benutzt, um etwa 1-2 Monate zu reisen. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass du während der Pause voll bezahlt wirst. Wenn das Unternehmen die Überstunden auszahlen würde, unterliegt es Steuern, also könnte es zwei Gründe geben, Überstunden zu sammeln um sie für eine Pause einzusetzen.

2. Urlaubstage "kaufen"

Alternativ könntest du deinen Bonus in den Urlaub eintauschen, das bedeutet grundsätzlich Urlaub zu kaufen. Einige Unternehmen bieten die Möglichkeit, in gewissem Umfang Urlaub zu kaufen. Wie viele Wochen du kaufen kannst, hängt von deinem Bonus ab. Das Vorteil hier ist wieder, dass du während der Pause dein normales Gehalt erhältst.

Für einen längeren Sabbatical (4-12 Monate) gibt es auch Optionen:

3. Teilzeitmodell

Normalerweise, wenn du dich für ein Teilzeitmodell entscheidest, entscheidest du dich z.B. 80% zu arbeiten und 80% Gehalt. Du kannst das Teilzeitmodell auch etwas anders verwenden. Wenn du zum Beispiel ein Sabbatjahr von 1 Jahr nehmen möchtest und 2 Jahre arbeitest, um ein Sabbatjahr zu machen, dann erhältst du im Jahr 1 und 2 ein Gehalt von 67% oder zwei Drittel. Zur gleichen Zeit arbeitest du aber 100%. Für das dritte Jahr erhältst du 67% deines Gehalts, indem du aber 0% arbeitest. Hier kommt es darauf an, wie lange du ein Sabbatjahr machen willst und wie viel Prozent deines Gehalts du in der Zeit vor dem Sabbatical leben kannst. Auf dieser Grundlage kannst du berechnen, wie viele Monate oder Jahre du 100% arbeiten musst und einen niedrigeren Lohn erhältst, um während des Sabbaticals eine Vergütung zu erhalten. Der Vorteil hierbei ist, dass du immer noch beschäftigt bist und dein Beiträge zur Renten- und Gesundheitsvorsorge fortführen. Der Nachteil ist natürlich, dass du mit deiner Arbeit eine Vorauszahlung leistest. Während du offiziell in Teilzeit arbeitest, trägst du zu einem geringerem Maße zum Rentensystem bei. Hier solltest du berechnen, welche Lücke du da durch aufbaust und wie du diese Lücke schliessen kannst.

4. Unbezahlter Urlaub

Unbezahlter Urlaub ist eine  Alternative, um Deinen Job zu behalten, aber in Teilzeit zu arbeiten aber keine Option für Dich ist. Hier behältst du deinen Job, aber erhältst kein Gehalt. Auch während dieser Zeit entsteht ggf. eine Lücke für die Rente, d.h. wir empfehlen dringend, die Lücke zu schließen, indem du vorher oder nachher Geld selber in das System einzahlst.

5. Kündigung

Sprechen wir hier über die ungünstigste Möglichkeit. Theoretisch könntest du kündigen und auf eine lange Reise gehen. Es kann sein, dass du noch Restzahlungen (Urlaub, Überstunden) vom Arbeitgeber erhältst. Das wäre aber auch schon der einzige Vorteil. Bitte beachte, dass diese Option aus mehreren Gründen nicht ideal ist. Erstens hast du keinen Job, wenn du zurückkommst. Wenn du selber kündigst, bedeutet  das auch, dass du erst einmal gesperrt bist für eine gewisse Zeit (ca. 2-3 Monate) bevor du eine Unterstützung (Arbeitslosengeld) erhältst vom Staat. Ausserdem kannst du in diesem Zeitraum nicht reisen - sobald du Dich beim Amt gemeldet hast, musst du Dich bewerben. Da Bewerbungen für einen Job einige Zeit dauern können, bereite Dich darauf vor, dass du eventuell zusätzliches Geld sparen musst. Wenn du auf Reisen gehst und zurückkommst, musst du diese Bewerbungsphase in der Sperrzeit finanziell überbrücken. Der letzte Punkt: während dieser Zeit arbeitest du nicht und dementsprechend zahlst du keine Beiträge zur Rente. Daher entsteht eine Lücke, die wir empfehlen zu füllen, sobald du zurückkommst.

Um die Frage zu beantworten, wie viel Geld du benötigst? Es kommt darauf an: es hängt vom Modell ab, das du wählst.

Während einer Reise benötigst du normalerweise EUR 1.000-4.000 pro Monat, abhängig von Reisestil und -ziel. Zusätzlich kommen ggf. Fixkosten hinzu. Wenn du kündigst, benötigst du min. 3 Monate Rücklagen, um Deine Kosten decken zu können (Miete, Essen usw.).

Solltest du dich für ein Teilzeitmodell, unbezahlten Urlaub oder eine Kündigung entscheiden, solltest du deine Rentenlücke für diese Zeit schliessen. Insgesamt würden wir empfehlen mindestens 2 Jahre im Voraus für eine langfristige Reise und bis zu 1 Jahr für eine kurzfristige Reise zu planen, um genügend Geld zu sparen. Sowohl die Kosten der Reise aber auch die zusätzlichen Kosten wie Rentenlücke und Rücklagen für den Wiedereinstieg sollten gedeckt sein.


Written by Clara Creitz
Finelles Founder. Coach and Consultant (PwC, UBS, Towers Watson). 

 

Go back to

 

(4 min read)