Erster Job: der ideale Zeitpunkt für gesundes Finanzmanagement

 
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Dein erster Job ist der ideale Zeitpunkt, um gesunde Gewohnheiten im Umgang mit Geld zu entwickeln. Während Deiner Studienzeit musstest Du vielleicht mit einem sehr kleinen Budget auskommen, und hattest wenig Spielraum für die Rentenvorsorge und Investition. Hoffentlich ist das jetzt anders, sobald du Deinen allerersten Arbeitsvertrag unterschrieben und Dein Gehalt geschickt verhandelt hast.

Wenn ich an mein 26-jähriges Selbst zurückdenke - als ich meinen ersten Job (bei einer Bank) hatte, wird mir klar, dass ich noch keine gesunden Gewohnheiten in Sachen Geldmanagements entwickelt hatte. Um mich für diesen Artikel zu inspirieren, las ich kreuz und quer Geldblogs zu lesen. Was zum Beispiel empfahl meine Lieblings-Website "The Balance"? Autorin Miriam Caldwell regt das Folgende auf “The Balance” an:

  1. Spare für die Rente

  2. Budgetiere

  3. Setze Dir Ziele und mache Dir einen Plan

  4. Vermeide Schulden

  5. Spende

Mir gefällt dieser Plan sehr gut – und ich würde noch folgendes hinzufügen:

  1. Besorge Dir den passenden Versicherungsschutz

  2. Eigne Dir die Grundlagen des Investierens an

  3. Finde einen Geldcoach oder Deine persönliche Geldgruppe (mit Gleichgesinnten).

Dann lasst uns mehr ins Detail gehen: 

1. Spare für die Rente

Wir sind uns alle einig, dass es nie zu früh ist, hiermit anzufangen. Staatliche Rentensysteme decken nicht mehr 100% der Ruhestandsphase ab, der berühmte Generationenvertrag funktioniert in Ländern wie Deutschland nicht mehr (die Vorstellung, dass die junge Generation für den Ruhestand der alten Generation zahlt) und in Industrieländern wie Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt bis zu 21% weniger als ihre männlichen Kollegen. Wir bei Finelles empfehlen: Fange an, auch wenn Du mit kleinen Beträgen beginnst (und dies könnte darin bestehen, 50 EUR pro Monat in einen ETF-Indexfonds zu investieren). Je früher Du beginnst, desto besser kannst Du vom Zinseszins Effekt profitieren. Unser Artikel zur Altersvorsorge enthält weitere Details.

2. Budgetiere

Gut budgetieren zu können ist entscheidend. Es hilf Dir, Deine Ausgaben unter Kontrolle zu halten und Geld für Investitionen freizusetzen. Wenn Du Deinen ersten Job hast und plötzlich hoffentlich eine ansehnliche Menge an monatlichem Einkommen verdienst, könntest Du sehr versucht sein, alles auszugeben. Schlimmer noch, Du könntest Gefahr laufen, über Deine Verhältnisse zu leben. Budgetierung - idealerweise nach der 50-30-20-Regel - hilft Dir, gesunde Gewohnheiten im Umgang mit Geld zu entwickeln und beizubehalten. Die 20% stehen für Geld, das Du beiseite legen solltest - und idealerweise investieren solltest.

3. Setze Dir Ziele und mache Dir einen Plan

Eine Bestandsaufnahme Deine Lebensziele und deren Umsetzung in finanzielle Ziele ist ein schönes Konzept. Für mich persönlich geht es darum, "ätherische" / abstrakte Ambitionen in greifbare Ergebnisse zu verwandeln. Sobald Du Deine Lebens- und Finanzziele definiert hast, erstelle einen Plan, wie Du diese am besten erreichen könntest. Diese Übung zu machen, sobald Du Deinen ersten Job hast, ist vom Timing her ideal: Du hast viel Zeit, um längerfristige Ziele zu erreichen. Etwa: ich denke über das Sparen für eine Anzahlung für eine Wohnung nach. Nehmen wir an, Du benötigst EUR 50.000 als Anzahlung – Du kannst 10 Jahre lang hierfür sparen (ab 25 Jahre Alter) – und Dein Ziel mit 35 Jahren problemlos erreichen!

4. Vermeide Schulden

Das müssen wir gar nicht erst diskutieren, so klar ist es. Nimm keine Schulden auf. Wenn Du alte Schulden hast (z. B. aus einem Darlehen für Studenten), zahle diese so schnell wie möglich ab. Lass Dich nicht dazu verlocken, teure Fernseher, Mobiltelefone oder eine Luxuskreuzfahrt zu bezahlen – finanziert durch eine privaten Verbraucherkredit. Es gibt bessere Möglichkeiten, Dein Geld auszugeben als für die Kreditzinsen (die Teil eines Kredits sind – außerdem werden vermehrte Aufnahmen von Privatkrediten von der Schufa vermerkt und können sich ggf. auf Deinen Kredit Score auswirken).

5. Spende

Diese Empfehlung kann ich nachvollziehen. Es ist aber kein Muss. Dies hängt vom einzelnen ab. Ich selbst habe mit 30 Jahren über eine internationale NGO ein Kind „adoptiert“ Seitdem zahle ich 30 EUR pro Monat, damit ein Mädchen in Bénin (einem französischsprachigen afrikanischen Land) zur Schule gehen kann. Das war eine persönliche Entscheidung. Bekomme ich einen Steuervorteil? Ja. War das meine Hauptmotivation? Nein. Ich wusste, dass ich (so schnell) keine Kinder bekommen würde und wollte etwas von meinem „Glück“ (in Deutschland aufgewachsen zu sein) zurückgeben.

6. UND JETZT – besorge Dir den passenden Versicherungsschutz

Deutsche könnte etwas davon besessen sein, sich gegen jede Art von Risiko zu versichern. Es gibt einen Grund, warum der Begriff "German Angst" international bekannt ist. Wenn es eine Versicherung gäbe, deren Abschluss ich Jobanfängern empfehle, wäre es eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dies hilft Dir, wenn Du nicht mehr arbeiten können solltest. Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine Haftpflichtversicherung. Je nachdem, wo in der EU (oder anderswo) du wohnst, solltest du herausfinden, welche (weiteren) Versicherungen relevant sind.

7. Eigne Dir die Grundlagen des Investierens an

Wir bei Finelles verfolgen ein Ziel – wir sind auf einer Mission. Wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich sich über Investitionen informieren. Wir möchten, dass Du lernst, Dein Geld für Dich arbeiten zu lassen. Aber investieren ist wie eine neue Sprache. Du sollest Dir die Grundlagen aneignen und vor allem ermitteln, welche Art von Investor du bist. Daher ermutigen wir unsere Leser, sich früh schlau zu machen und zu lernen. Es spielt keine Rolle, ob du unsere Online-Kurse wie das Investment Basics Bootcamp besuchst, ein Buch liest (warum nicht mit "Investieren für Dummies" anfangen): geh das Thema einfach an und lerne lerne lerne.

8. Finde einen Geldcoach oder Deine Geldgruppe

Ich habe kürzlich an einem Workshop über Investitionen teilgenommen. Er war für Frauen. Der Hinweis gilt jedoch für alle. Suche Dir eine Geld-Coaching-Gruppe mit Gleichgesinnten oder einen Geld-Mentor - jemand, der Dir hilft, gesunde Gewohnheiten des Geldmanagements zu erlernen und beizubehalten. Einer der Gründe, warum Weight Watchers so effektiv seinen Mitgliedern hilft, Gewicht zu verlieren, ist der Verantwortlichkeitsmechanismus. Wenn du Dich mit anderen in einer ähnlichen Position wie du zusammenschließt, besteht ein stärkerer Anreiz, das Gelernte umzusetzen. Ein Geld-Mentor - jemand, dem Du vertraust und für seine oder ihre Geldmanagementfähigkeiten bewunderst - könnte ebenfalls ein geeigneter Weg sein.

Du kannst das! Fange früh an. Mit kleinen Schritten.


Autorin: Caroline-Lucie Ulbrich
Gründerin von Finelles. Coach und Beraterin (EZB, Deutsche Bank und UBS). 

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