Mach Dich vor dem Investieren über diese 10 Dinge schlau

 
Photo by  rawpixel  on  Unsplash

Photo by rawpixel on Unsplash

Du hast Dich entschieden zu investieren? Glückwunsch hierzu, das ist der erste Schritt! Bevor Du loslegst, solltest Du Dir über die folgenden Punkten klar werden.

1. Ziel

Lege Dein langfristiges Ziel fest und mache Dir bewusst wofür du investierst. Wer investiert muss lange ausharren und Durchhaltevermögen haben. Ist Dein Ziel, mit einem gewissen Einkommen ausgestattet in Rente zu gehen? Oder Dir ein Haus zu kaufen? Werde Dir darüber klar, dann bleibst Du bei der Stange.

2. Zeit & Höhe

Bevor Du investierst, ist es wichtig zu verstehen, wieviel Geld du für Deine Zielerreichung benötigst und wie lange Du investieren wirst. Wenn du EUR 100.000 sparen willst für ein Ziel und hierfür EUR 500 zur Seite legst, brauchst du etwa 17 Jahre. Dauert Dir das zu lange? Dann spare EUR 833 pro Monat - dann benötigst Du nur 10 Jahre. Diese zwei Parameter sollten Dir klar sein. Somit definiert sich auch der Betrag, den Du zum Investieren nutzen kannst.

3. Risiko

Evaluiere, welches Risiko Du eingehen willst bzw. welches Dein Risikoprofil ist. Aus Deinem Risikoprofil leitet sich ab, welche Investments Du machst und welche nicht. Grundsätzlich gilt: Je jünger Du bist und je weniger Du andere Verpflichtungen hast, desto mehr Risiko kannst Du eingehen.

4. Anlageklassen und Rendite

Bevor Du investierst, machst Du Dir ein Bild von den diversen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch Rohstoffen wie Gold. Andere Instrumente - wie Fonds, ETFs oder auch Derivate - sind nichts anderes als Anlageklassen, die eine Variation von Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffen sind. Alle diese Anlageklassen haben ein gewisses Risiko. Typischerweise sind Risiko und Rendite eng miteinander verknüpft: je höher die erwartete Rendite, desto höher auch das Risiko.

5. Beratung oder DIY (Do it yourself)

Überlege Dir, ob Du lieber eigenständig investieren willst in dem Du Dich in die Themen einliest, oder ob Du lieber einen Finanzberater um Unterstützung bittest. In beiden Fällen solltest Du Dir über die oberen Punkte im Klaren sein. Bei der Umsetzung bzw. bei der Produktauswahl wie Aktien oder auch Fonds, ist zu entscheiden, wie Du weiter vorgehen willst. Dies ist von deiner Persönlichkeit abhängig. Und davon, welche Priorität und Zeit Du dem Themenbereich Investieren zuweist. Wenn für Dich Kontrolle und Unabhängigkeit sehr wichtig ist, dann investiere selber, setze Dich genauer mit dem Thema auseinander, eigne Dir Wissen an (über Kurse, Bücher o.ä.). Wenn du Dir die Zeit nicht nehmen willst, und Dir es lieber ist, dass mit einem Berater zu besprechen, dann ist das auch eine Möglichkeit. In diesem Fall solltest Du verschiedene Berater treffen und den oder die Beste für Dich auswählen.

6. Aktives vs. passives Investieren

Wenn Du aktiv investierst, wählt Dein Berater oder ein Fondsmanager aktiv Titel aus. Beim passiven Investieren investierst Du in Indexfonds oder ETFs - hier ist von vorne klar, dass Du in einen Korb von Anlagen investierst. ETFs sind im Vergleich zu anderen Anlagen pflegeleicht, da Du ein ETF Portfolio problemlos aufbauen kannst und dann nicht so häufig kontrollieren musst. Bei einer aktiven Variante bedarf es aktives Anpassungen von Produkten. Hierfür benötigst Du Wissen, um einzuschätzen, ob z.B. eine Aktie verkauft oder gekauft werden sollte.

7. Kosten

Sowohl Beratung als auch aktives investieren sind mit Kosten verbunden. Wenn Du die Leistungen eines Finanzberater nutzt, zahlst Du diesen entweder direkt (via einem Honorar oder einer Gebühr) oder indirekt über Provisionen oder Kommissionen. Aktives Investieren über einen aktiv verwalteten Fond kostet auch mehr Gebühren als ein passiver ETF. Anders als bei einem aktiv verwalteten Fonds gibt es bei einem ETF Automatismus. Dieser regelt, wann eine Anpassungen vorgenommen wird oder eben nicht. Das reduziert Kosten und im Vergleich schneiden ETF meist besser ab als aktiv gemanagte Fonds. Wenn Du selber Deine Aktien auswählst und diese kaufst bzw. verkaufst, kann es durchaus sein, dass Du hier besser abschneidest als ETFs. Es bedarf wiederum mehr Zeit - Deine Zeit - und einer klaren Anlagestrategie. Sonst zahlst Du auch mehr Kosten für das Kaufen und Verkaufen. Der letzte Punkt bei den Kosten betrifft die Bank bzw. den Broker (z.B. comdirect, onvista), über den gehandelt wird. Online Banken und Broker sind meistens günstiger - bei ihnen eröffnest Du selber ein Depot und kaufst z.B. ETFs.

8.  Anlagestrategie

Wenn Du selber aktiv Aktien auswählst (Stockpicking), dann brauchst Du eine Anlagestrategie. Sie gibt Dir ein Gerüst, mittels dessen Du Aktien auswählst, kaufst, verkaufst, ebenso Orientierung, wie Du mit Schwankungen am Markt umgehst. Wenn Du passiv investierst, dann ist es wichtig basierend auf Deinem Risikoprofil Deinen Anlagemix zusammenzustellen. Wenn Du etwa ein konservativer Anleger bist, nimmst Du weniger Risiko auf Dich. Das führt dazu, dass Du weniger in risikobehaftete Anlagen wie Aktien bzw. ETFs auf Aktien investierst.

9. Depot eröffnen

Für das Investieren benötigst Du ein Depotkonto. Das kannst Du sehr einfach über Deine Bank oder über einen Online Broker wie die Comdirect, Onvista, DKB o.ä. eröffnen. Wenn das Konto eröffnet ist, solltest Du dies mit deinem Girokonto verknüpfen. Wenn Du dies über deine Bank machst bzw. über einen Berater, übernimmt dieser das für Dich. Sobald dein Depotkonto eröffnet ist und Du Geld auf dem Konto hast, kannst du Deine Investment Produkte kaufen wenn Du selber investierst. Wenn Du mit einem Finanzberater zusammenarbeitest dann macht dieser das für Dich.

10. Rebalancing und Anpassungen

Da Du eine Anlagestrategie und ein Risikoprofil hast, sollte zum einen Deine Lebenssituation überprüft werden - passen Deine Anlagen noch zu Dir? Ändert sich bei Dir etwas, solltest Du Dein Risikoprofil wie auch möglicherweise Deine Anlagestrategie anpassen. Ändert sich nichts bei Dir, aber Dein Anlagemix passt nicht mehr zu Deinem Risikoprofil (da der Markt sicher verändert hat), solltest Du ein Rebalancing vornehmen. Hast Du einen Berater, macht dieser das für Dich.

Dies waren die 10 Dinge die Du wissen solltest bevor du investierst bzw. auch die Schritte die Du durchgehst wenn Du anfängst zu investieren.


Geschrieben von Clara Creitz
Finelles Gründerin. Coach und Consultant (PwC, UBS, Towers Watson). 

Go back to

 

(5 min read)